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Tipps zum Überwintern

Winterschutz für zarte Gewächse
Ganz wichtig ist es, die Ansprüche der einzelnen Pflanzen zu kennen. Den hieraus ergibt sich der erforderliche Schutz für die Winterzeit. Sobald es dann wieder wärmer wird, sollte dieser Schutz gelockert und dann nach und nach endgültig entfernt werden. Doch bitte Vorsicht bei Spätfrösten!

Material für den Winterschutz
Mittlerweile gibt es eine Fülle von Materialien, die gleichzeitig schön aussehen:
* Winterschutzvliese (Meterware und Hauben) zum Abdecken und Einpacken
* Kokosmatten zum Einpacken von Gefäßen und zum Abdecken des Wurzelbereiches
* farbige Vlies- und Jutetaschen für Gefäße
* Kleinstgewächshäuser zum Aufblasen, in die sich sogar eine Heizvorrichtung integrieren lässt

Bei den meisten Pflanzen reicht jedoch auch:
* Abdecken mit Reisig oder Laub
* Einpacken mit Jute / Sackleinen, evtl. mit Laub oder Stroh als Isolierschicht (!Fäulnisgefahr!)
* Schilf- und Weidenmatten um Gefäße, als Isolierschicht eignen sich gesammelte Styroporreste

Winterschutz im Garten
Die erste Vorkehrung, um solche Pflanzen sicher über den Winter zu bringen ist der richtige Standort.
Mediterrane Gewürze brauchen meist eine gute Drainage aus feinem Kies im Pflanzloch und ein Drittel Sand im Erdreich – so ist der Wasserablauf im Winter gewährleistet, und die Pflanzen ersticken nicht in Staunässe.
Empfindliche Rosen werden „angehäufelt“, evtl. mit Tannenzweigen abgedeckt, Rosenbäumchen und andere empfindliche Gehölze werden eingepackt. Wichtig ist es, auch den Wurzelraum durch eine Abdeckung (Vlies, Kokosmatte, Laub) zu schützen.
Auch Frostempfindliche Stauden können mit Laub oder Reisig abgedeckt werden.
!Achtung! Immergrüne Pflanzen benötigen vor allem bei lang anhaltender Trockenheit, Sonne und Wind ab und an etwas Wasser.

Kübelpflanzen, die draußen bleiben können
Winterharte Stauden und Gehölze in Kästen, Kübeln und Töpfen überstehen den Winter im Freien meist ohne Schaden – wenn wir folgendes beachten:
* Am besten werden alle Gefäße in einer Windgeschützen Ecke zusammengestellt.
*Auch vor Sonne geschützt sollten die Pflanzen möglichst stehen – die Wintersonne könnte in Frostperioden so warm sein, dass die Pflanzen „aus ihrem Schlaf erwachen“ und ihren Stoffwechsel starten. Ist dann die Erde im Gefäß gefroren, wird dies unweigerlich zu Schäden führen, da kein Wasser zur Verfügung steht.
* Ideal (aber nicht unbedingt notwendig) ist auch Schutz vor Regen.
* Alle Untersetzer werden entfernt, das Gefäß sollte auf „Füßen“ oder Latten stehen, sodass Wasser ablaufen kann.
* Bei empfindlicheren Pflanzen (bitte beim Kauf informieren) wird das Pflanzgefäß, evtl. sogar die gesamte Pflanze eingepackt.
* Dies ist auch an einem sonnigen, ungeschützten Standort sinnvoll.
* Sobald die Pflanzen sehr trocken sind, muss etwas gegossen werden. Hierfür bitte möglichst Zimmerwarmes Wasser verwenden.

Mediterrane Pflanzen
Die letzten beiden Winter haben es gezeigt: nicht alle Pflanzen aus südlichen Gefilden überstehen unsere kalten Wintermonate. Viele Arten, die bereits seit langer Zeit in unseren Gärten der Kälte getrotzt hatten, sind leider den extremen Dauerfrösten in den letzten zwei Jahren zum Opfer gefallen.
Demnach sollte die Ansiedlung von mediterranen Kostbarkeiten wirklich wohlüberlegt sein. Sich genau über die Ansprüche und den jeweils erforderlichen Winterschutz (und den dafür erforderlichen Material- und Arbeitsaufwand) kundig zu machen, ist also vor dem Kauf unbedingt notwendig. Doch bitte, hierbei nicht den „Baumarktangebotsschildern“ trauen … vielmehr gibt es zuverlässige Informationen im Fachhandel und auf Internetseiten von Spezialgärtnereien.

Frostempfindliche Kübelpflanzen
Sobald die Temperaturen unter 5° Celsius sinken, wird es wirklich zu kalt für diese Pflanzen – sie müssen ins Winterquartier.
Frostfrei, möglichst kühl und hell! – das ist das Optimum beim Überwintern. Ideal sind – je nach Pflanzenart - konstante Temperaturen von 5° bis 10° Celsius.
Ein starker Rückschnitt ist (wenn nicht aus Platzmangel) kaum sinnvoll – dieser erfolgt besser (frühestens) im Spätwinter, wenn die Tage wieder heller werden, also ab Februar/März. Von da an sollten die Pflanzen dann auch regelmäßig leicht gedüngt werden und – oft ist dies leider nicht machbar – auch wieder heller stehen. Da wir unseren „Sommerfreundinnen“ selten ideale Bedingungen beim Überwintern bieten können, leiden diese natürlich im Quartier. Umso wichtiger ist es, sie möglichst mit frischer (Frostfreier) Luft und Licht zu versorgen. Sind die Töpfe nicht zu schwer, können sie bei schönem Wetter ab Mitte/Ende April ins Freie, müssen allerdings bei Frostgefahr in der Nacht immer wieder eingeräumt oder ganz! dick eingepackt werden. Nach den Eisheiligen werden sie evtl. nochmals oder erstmals zurück geschnitten, neu oder umgetopft, und ab geht’s an die frische Luft! Doch Vorsicht! Nicht direkt in die volle Sonne, dies kann zu Sonnenbrand führen … also lieber erst ein paar Tage an Standorten ohne Mittagssonne wieder an die „Freiheit“ gewöhnen.

Allgemeines zum Winterschutz
Alle! Winterschutzvorrichtungen und alle! Pflanzen im Winterquartier sollten regelmäßig kontrolliert werden:
* Nachschauen, ob der Winterschutz „noch sitzt“
* Muss eine Pflanze evtl. gegossen werden?
* Faulen einzelne Triebe (zurück schneiden) oder Blätter (entfernen)?
* Gibt es Schädlinge oder Krankheiten, die behandelt werden müssen?
* Ist es an manchen Tagen so warm, dass „gelüftet“ werden muss? Dann im Quartier die Fenster aufmachen und Winterschutzvorrichtungen im Freien tagsüber öffnen.

Eva-Marie Ratius - Magmell Gartenberatung