Januar - Gute Bücher machen schöne Gärten
Seltsam, es ist Januar, ABER: die Ringelblumen in Nachbars Garten und die Zierkirsche im Park blühen, einige Vögel singen bereits ihre Liebeslieder, und die ersten kecken Zwiebelblumen und Stauden strecken sorglos die Nase in die Luft. Niemand von ihnen scheint sich daran zu stören, dass wir ja noch mehr als drei Monate lang mit Kälte und Frost rechnen müssen … Hallo, es ist doch Winter!
Ich bestehe auf diese gemütliche Ruhesaison für Pflanzen und ihre Menschen. Ich brauche die faule Zeit, in der mich nichts in den Garten zieht. Vielmehr will ich jetzt in wohliger Wärme auf meinem kuscheligen Sofa (mit gelassenem Blick auf mein schlafendes Reich) endlich alle die Gartenbücher studieren, die sich im Laufe des letzten Jahres bei mir angesammelt haben. Denn wunderschöne Garten- und Pflanzenbilder lassen nun meinen Glauben an herrliche Sommertage und so auch mein sonniges Gemüt endlich wieder aufwachen. Ich liebe es, mich in die herrlichen Gärten hineinzuträumen, die in diesen Büchern vorgestellt werden! Ich möchte darin Neues entdecken – und in Ruhe Pläne schmieden für mein Gartenjahr 2012!
Gute Gartenbücher gibt es mittlerweile ja viele – doch leider finden sich in der Grünen Bücherschwemme auch einige, die ich gerne mit dem Warnschild „Achtung, Scheitern inklusive!“ versehen möchte. Was nutzen mir Faulenzertipps, wenn ich gar nicht verstehe, worum es bei Pflanzen und Boden überhaupt geht? Warum gibt es „Instandgarden-Tipps“, die mich zum Zeitsparen in den Garten schicken? Und – was soll ich mit diesen kunterbunten Bepflanzungsplänen anfangen, nach denen ich bedauernswerte Gewächse unbedacht zusammen pflanzen werde, ohne auf deren unterschiedliche Bedürfnisse zu achten?
Ein gutes Gartenbuch (soll es mehr als eine reine Augenweide sein) lässt sich eigentlich leicht erkennen:
1. Ein „Rundum-Gartenratgeber“ ist immer – alleine schon aufgrund der Fülle an notwendigen Informationen - ein „schwerer, dicker Wälzer“ (angestrebtes Vergleichsgewicht: ungefähr eine große Tüte Kartoffeln!).
2. In einem Buch zu einem speziellen Gartenthema wird zuerst immer das BASIS-Wissen hierfür übersichtlich, leicht verständlich und doch ausführlich vermittelt.
3. Die empfohlenen Pflanzen müssen stets für unser Klima geeignet und soweit beschrieben sein, dass ich sie sicher für meinen Gartenboden, den geplanten Standort und die gewünschte Zusammenstellung der Bepflanzung auswählen kann. Gerade in den wunderschönen, tollen englischen Ratgeberbüchern finden wir oft Pflanzen, die unsere (normalerweise) kalten Winter leider nicht überstehen.
4. Für Gartenenthusiasten empfehle ich unbedingt die Anschaffung von speziellen Fachbüchern über Gehölze, Stauden, Zwiebelblumen …
5. Kataloge von guten Versandgärtnereien können, wenn sie die oben genannten Kriterien erfüllen, ebenfalls hervorragende Auswahl- und Planungshilfen sein.
6. Will ich z.B. einen kleinen Reihenhausgarten anlegen, kann ich mir in Hochglanzwerken über Parkähnliche Privatgärten zwar tolle Inspirationen (und ein lange Nase) holen – das Planen für meine Bedürfnisse werde ich damit jedoch nicht erlernen. Hier hilft ein gutes Grundlagenwerk über Gartenplanung oder eine Planungshilfe, die Lösungen für genau meine Anforderungen anbietet.
Doch ganz gleich, welches Wetter wir in den nächsten Wochen haben werden – ich werde mich auf mein Sofa kuscheln, meine Bücher und dazu eine feine Tasse Tee genießen – und den Frühling voller Vorfreude erwarten!
Eva-Marie Ratius - Magmell Gartenberatung

