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Schneeglöckchen: Heiße Liebe zu Winterblumen

In England, dem Heimatland vieler Spleens und der Wiege pflanzenzüchterischer und -sammlerischer Perfektion, trifft man sich gegen Winterende zu den aufregenden »snowdrop parties«, wo die schönsten Pflanzen Diamanten gleich in Augenhöhe bewundert werden können.

Draußen sieht es anders aus.
An ihren Knien sollt ihr sie erkennen: Echte Schneeglöckchenfans, die sich selber auch gerne Galanthophile nennen (von der botanischen Gattungsbezeichnung Galanthus), haben im Winter immer einen feuchten Fleck auf der Hose – in Höhe des Knies.
Aber nur eines Knies, denn Stil ist alles: In diesen Kreisen geht man elegant zu Boden,statt sich auf beide Knie plumpsen zu lassen wie ein nasser Sack.
Und dann hebt man vorsichtig die Blüte eine zarten Schneeglöckchens an und schaut hinein. Dann ist der Galanthophile selig und – wenn er eine vielleicht unbekannte Form gefunden hat – auch reichlich verzückt.

Die meisten Galanthus sind mehr oder weniger zufällig gefunden worden.
Das ist auch der Grund, warum sie so gehütet werden wie Schätze.

Schneeglöckchen kauft man nämlich nicht einfach im Laden, sondern auf speziellen Schneeglöckchenfesten oder -treffen.
Ganz wie in England, wo die Galanthophilie ihren Ursprung nahm, treffen sich seit einigen Jahren auch in Deutschland und Holland alljährlich die Jünger der kleinen Schönheiten und werden zu Jägern und Sammlern.
Nach einiger Zeit knüpft man hier Kontakte und kann dann auch besondere Sorten erwerben.
Und wertvoll sind sie tatsächlich: Für sehr seltene Sorten kann man schon mal 100 Euro und mehr pro Zwiebel ausgeben.

Die Variabilität liegt den Schneeglöckchen schon von Natur aus im Blut.

Schon das verbreitete Galanthus nivalis, das in fast jedem deutschen Garten wächst, zeigt ganz verschiedene Formen.
Sie unterscheiden sich in der Laubfarbe, der Wuchshöhe, der Blütengröße und in Blütenform und , -zeichnung. Einige sind reinweiß ohne jede grüne Markierung, andere haben auffallend missgebildete Blüten mit vielen dünnen Segmenten.

Um solche Besonderheiten zu finden, muss man eben den Blick zum Boden richten und forschen.
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