Gartenfotografie ist mehr als nur Blümchenfotografie

8 goldene Regeln für gelungene Gartenaufnahmen

In diesem Jahr gab es bei Gartenträume in Hundisburg und in Havixbeck eine außergewöhnliche Aktion: den Besuchern der Gartenträume wurde eine Reihe von kostenlosen Fotografie-Workshops unter Leitung der professionellen Gartenfotografin und Landschaftsgärtnerin Daniela Toman angeboten. Haben Sie die Workshops verpasst? Oder wollen Sie die Tipps und Tricks nochmal in Ruhe nachlesen? Dann sind Sie hier richtig! Kombinieren auch Sie Ihre Leidenschaft für das Fotografieren mit Ihrer Liebe für Pflanzen und den Garten und lernen Sie, wie Sie Ihren Garten richtig in Szene setzen!

Fotoworkshop Gartenfotografie

1. Motivwahl

Konzentrieren Sie sich bei der Wahl des Motives auf das Wesentliche. Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu viele Details mit einer Aufnahme abdecken. Ein ausgefallenes Kunstwerk im Garten, bunte Blüten auf denen ein Schmetterling sitzt, ein Vogel im Baum und dazu ein blauer Himmel. Einzeln sind dies zwar alles tolle Motive, zusammen ist die Szene jedoch total überladen.

Wählen Sie ein oder zwei Details und stellen Sie sicher, dass das Hauptmotiv groß genug ist. Wählen Sie das Format mit Bedacht. Achten Sie darauf, dass Sie den Bildausschnitt nicht zu klein wählen. Sie können das Bild später noch verkleinern, aber fehlende Elemente, wie etwa eine halb fotografierte Baumkrone, nicht mehr ersetzen.

Achten Sie darauf was alles mitfotografiert wird. Räumen Sie rumliegende Gartengeräte, wie etwa einen Gartenschlauch weg, knipsen Sie welke Blüten aus und dekorieren Sie den Gartentisch mit frisch gepflückten Blumen.

2. Drittel-Regel

Die zentrale Positionierung des Hauptmotivs wirkt in den meisten Fällen eher statisch und langweilig. Das Hauptmotiv sollte deshalb leicht aus der Mitte gerückt werden. Teilen Sie das Bild gedanklich durch 2 horizontale und 2 vertikale Linien. So entstehen 9 gleich große Teile. Platzieren Sie das Hauptmotiv an den Schnittpunkten oder entlang einer der Linien.

3. Horizont

Achten Sie darauf, dass der Horizont gerade verlauft und nicht schräg. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten für die Anordnung:

  • Tiefer Horizont: Das Hauptmotiv sollte aussagekräftig sein und darf nicht unbeabsichtigt in den Hintergrund treten.
  • Hoher Horizont: Eine besonders gute Tiefenwirkung erreichen Sie, wenn Motive im Vordergrund groß und andere im Hintergrund klein dargestellt werden. Aber Vorsicht: das Bild kann auch schwer und erdrückend wirken.
  • Zentraler Horizont: Bei symmetrischer Anordnung des Bildmotivs (z.B. bei Spiegelungen) kann diese Wahl eine sehr interessante Bildwirkung entfalten.

4. Zentralperspektive

Bei dieser Perspektive befindet sich der Fluchtpunkt in der Mitte. Das bedeutet, dass die Diagonalen im Bild auf die Bildmitte gerichtet sind. Auf diese Weise lenken Sie die Aufmerksamkeit des Betrachters zur Bildmitte.

5. Perspektive

Indem Sie die Kameraposition verändern, verändert sich auch die Perspektive. Je näher das Motiv ist, desto größer wirkt es im Vergleich zum Hintergrund. Versuchen Sie es mal mit einem Schritt zur Seite, nach vorne oder nach hinten: so verändert sich die Bildwirkung.

Froschperspektive: Bei der Froschperspektive werden die Aufnahmen von einem niedrigen Kamerastandpunkt aus aufgenommen. Gehen Sie zum Beispiel mal in die Hocke oder fotografieren Sie einmal auf dem Boden liegend. Viele Objekte wirken so größer und bekommen eine überraschende Wirkung. Durch die Benutzung von Weitwinkel-Objektiven wird diese Wirkung verstärkt Wird die Kamera Richtung Himmel geneigt, kann es durch starke Kontrastunterschiede zu Belichtungsproblemen kommen. Verwenden Sie dann am besten ein Blitzlicht.

Vogelperspektive: Bei der Vogelperspektive werden die Aufnahmen von einem höheren Kamerastandort aus aufgenommen. Klettern Sie zum Beispiel mal auf einen Baum, auf eine Leiter oder fotografieren Sie aus dem Fenster. Diese Perspektive ist sehr gut geeignet für Übersichtsaufnahmen (z.B. von der Einteilung Ihres Gartens) und Detaildarstellungen (z.B. Strukturen). Interessante Bildmotive müssen bewusst platziert werden, da durch den fehlenden Vordergrund die Bilder ansonsten schnell flach wirken.

Experimentiere und fotografiere das gewählte Motiv am besten mehrmals aus verschiedenen Perspektive. Dann k&oum;nnen Sie die Bilder später vergleichen und aussortieren.

6. Bildebene

In Fotos spielen verschiedene Bildebenen eine Rolle. Das Hauptmotiv kann zum Beispiel im Vordergrund, im Hintergrund oder dazwischen platziert werden. Wenn alle Ebenen scharf abgebildet werden, wirkt dies schnell langweilig. Sowohl der Vorder- als auch der Hintergrund können scharf oder unscharf aufgenommen werden. Überlegen Sie sich genau, was Sie fotografieren möchten, und fokussieren Sie den wichtigsten Teil des Bildes. Der Vordergrund ist nicht immer notwendig, macht jedoch die Bilder interessanter. Sie können die Bildebenen verwenden, um störende Details auszublenden.

7. Wetter & Zeit

Tages- und Jahreszeiten beeinflussen die Fotografie. Regen, starke Sonne, Goldene Stunde, Mittagszeit, Blaue Stunde, Nachtaufnahmen: Sie bieten alle interessante Möglichkeiten aber auch Ihren eigenen Herausforderungen.

Morgens und abends ist das Licht weicher und kann gut zur Gestaltung der Bilder genutzt werden. Farben und Formen kommen dann am besten zur Geltung. Die grelle Mittagssonne ist weniger geeignet, dann verschwinden die Strukturen und die Kontraste zwischen Licht und Schatten werden zu hoch.

Jede Jahreszeit verwandelt die Natur, und somit auch Ihren Garten, in eine andere Landschaft. Versuchen Sie mal den Garten das ganze Jahr über aus dem gleichen Blickwinkel zu fotografieren.

8. Licht

Das Licht spielt beim Fotografieren immer eine wichtige Rolle und bietet viele Möglichkeiten und Herausforderungen.

Es gibt Vorder-, Seiten- und Gegenlicht. Am besten belichtet werden Ihre Fotos, mit Vorder- oder Seitenlicht.

Gegenlicht bietet jedoch auch viele gestalterischen Möglichkeiten, mit den Bildmotiven zu spielen: Silhouettenbildung, Lichtsäume, transparente und halbtransparente Motive aufleuchten lassen, Strukturen hervorheben. Es k&oum;nnen jedoch auch Probleme mit der richtigen Belichtung und Bildstörungen wie Blendenflecken und Streulicht auftreten.

Außerdem gibt es hartes (durch punktförmige Lichtquellen, so wie direkte Sonne) und weiches Licht (durch große Lichtquellen, so wie ein bedeckter Himmel). Farben und Formen kommen bei weichem Licht am besten zur Geltung (siehe Punkt 7).

Lassen Sie sich zu tollen Motiven inspirieren!
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